Freitag, 27. Februar 2009

Störfaktor Kind

Da hat sich heutzutage eine feine Gesellschaft herausgemausert: Jeder soll grundsätzlich alles können, in Familien ganz besonders. Da sollen in aller Ruhe und ohne Probleme Kinder zur Welt gebracht werden, da soll der Vater nachts achtzehn Mal für das Kind aufstehen, morgens gutgelaunt zur Arbeit gehen, abends nach einem Vollzeit-Tag gut gelaunt nacht Hause kommen und mit dem Kind spielen, bis es ins Bett geht. Die Mutter soll Kind, Haushalt, Krabbelgruppen, PeKiP-Gruppen und andere Aktivitäten und am besten noch Teilzeit-Arbeit schmeißen, soll nachts achtzehn Mal für das Kind aufstehen, und das alles, ohne eine Miene zu verziehen. Das Kind soll brav sein, darf nicht weinen, wenn es das doch tut, ist es "verwöhnt" (ich liebe das Wort), man soll es gelegentlich sehen, aber nicht hören, aus gesellschaftlichen Anlässen wird es ausgeschlossen und damit mindestens ein Elternteil gleich mit. Dass ein Kind anstrengend ist, davon ist jeder, besonders die Leute, die keins haben, total überzeugt, was sie aber nicht daran hindert, mit tollen Erziehungsratschlägen, einseitig und oft genug unreflektiert, um sich zu werfen.

Früher, da kam noch die Nachbarin mit der Suppe. Da standen wie selbstverständlich Reihen von netter Leute bereit, um einem das Kind oder den Haushalt mal abzunehmen, da war ein Kind ein freudiges Ereignis, aber vor allem war es SELBSTVERSTÄNDLICH. Heute ist ein Kind nicht mehr selbstverständlich. Dafür ist es selbstverständlich, dass von der Überlastung, der eine Mutter unter den oben genannten Umständen heutzutage ausgesetzt ist, keiner mehr was hören will. Sie ist es ja selber schuld, die Mutter, wenn sie ihr Kind nicht einfach mal schreien lässt.

Diese Gesellschaft ist nicht kinderfreundlich. Soll sie doch an der Vergreisung zugrunde gehen. Sie hat es nicht besser verdient.

1 Kommentar:

Merian hat gesagt…

Oha. Da ist jemand aber extremely fucking frustriert. Ich bin mir sicher das es auch andere, sprich Kinderfreundliche Menschen gibt. Kopf hoch, ihr Lieben. Der Kälte folgt meistens die Wärme. :-)