Freitag, 17. Oktober 2008

Life is good

Ich habe Zeit...

Ich gehe vormittags durch die Stadt, Zentrum, Einkaufsmeile (MeilCHEN, wie man in Bonn wohl sagen müsste). Das Kind auf meinem Rücken begeistert sich für alles, was es sieht, und irgendwann schläft es ein. Die Straßen sind nur halb voll, alles ist irgendwie gemächlich. Ein Pläuschchen mit einem Freund, Peter, der im Tabakladen auf der Ecke am Markplatz arbeitet. Seine Kunden kennt er beim Namen, ihre Sonderwünsche auch. Nächstes Jahr wird er vierzig, sagt er mit einem scherzhaften Stirnrunzeln, aber er ist ganz gelassen, hat schließlich dieses Jahr erst sein Häuschen gekauft, vor drei Jahren geheiratet - fehlen nur noch die Kinder.

Ich gehe weiter, genieße die frühe Sonne. Ich weigere mich, einen Mantel zu tragen, und außer auf dem Friedensplatz, wo der Wind weht, ist es auch noch garnicht zu kalt. Hab ja auch ein Heizöfchen auf dem Rücken.

Und das Beste ist: Hier entlangzulaufen, frische Luft, Vormittagssonne - das ist mein Job. Mein Tagwerk. Ich darf mir hier alle Zeit der Welt nehmen und den Gang durch die noch schlafende Stadt genießen, denn alles, was ich tun muss, ist für mein Kind zu sorgen. Das liebend gern Autos hinterhersieht und Passanten anflirtet (wo soll das bloß hinführen?).

Das ist alles, was ich tun muss. Naja, und Rechnungen bezahlen, einkaufen, Kind wickeln, bisschen Geld als Freiberuflerin verdienen, schlafen, essen, sterben, auf's Klo...

Macht aber nix. Während andere Leute im Büro sitzen, kann ich in Ruhe in die Stadt gehen und erleben, wie sie langsam aufwacht. Und das Kind auf meinem Rücken schaut begeistert dabei zu.

1 Kommentar:

krustyDC hat gesagt…

Da bekommt man ja fast Lust selbst mal raus zu gehen...;-)