Dienstag, 28. Oktober 2008

Jahresendzeitanfang

Vorhin habe ich die erste Duftkerze angezündet. Vanille. Jaja, werden die Jungs jetzt sagen, igitt, Vanille! Aber so ein Flämmchen, links von Telefon und Tastatur aufgestellt, macht heimelige Stimmung, selbst wenn man die Arbeit für den Kunden schon mehrere Wochen hinausgezögert hat bis sie wirklich akut wird - was nun der Fall ist, und ich mal wieder vor Fragen und Verwirrungen kaum aus noch ein weiß. Seminarunterlagen müssen vorbereitet werden, für eine ganze Woche, mit nichts als stichpunktartigen Inhaltsangaben. Und die Stichpunkte heißen jedes Jahr anders, obwohl sie wahrscheinlich das selbe meinen wie letztes Jahr - und ich darf jetzt erstmal rausfinden, was genau mein Kunde diesmal meint - oder ihn fragen. Werd ich wohl tun müssen.

Aber so schlimm ist das alles nicht. Ich arbeite seit der Euroeinführung für diesen Kunden, wir sind immer toll miteinander klargekommen und die Arbeit macht an sich einen Riesenspaß - mit diesem Menschen habe ich wirklich Glück. Und ich schreibe das jetzt nicht nur, weil er das hier vielleicht lesen könnte, sondern vor allem deshalb, weil es so ist und weil ich noch viele Jahre für ihn arbeiten will.

Was Weihnachten angeht: Ich esse schon Dominosteine, ja, ich stehe dazu. Und überlege, welche Plätzchen ich backen werde. Freue mich auf den Weihnachtsmarkt. Kaufe Weihnachtsgeschenke (yay, so früh war ich noch nie dran!).

Und zünde Vanillekerzen an. :)

Freitag, 17. Oktober 2008

Life is good

Ich habe Zeit...

Ich gehe vormittags durch die Stadt, Zentrum, Einkaufsmeile (MeilCHEN, wie man in Bonn wohl sagen müsste). Das Kind auf meinem Rücken begeistert sich für alles, was es sieht, und irgendwann schläft es ein. Die Straßen sind nur halb voll, alles ist irgendwie gemächlich. Ein Pläuschchen mit einem Freund, Peter, der im Tabakladen auf der Ecke am Markplatz arbeitet. Seine Kunden kennt er beim Namen, ihre Sonderwünsche auch. Nächstes Jahr wird er vierzig, sagt er mit einem scherzhaften Stirnrunzeln, aber er ist ganz gelassen, hat schließlich dieses Jahr erst sein Häuschen gekauft, vor drei Jahren geheiratet - fehlen nur noch die Kinder.

Ich gehe weiter, genieße die frühe Sonne. Ich weigere mich, einen Mantel zu tragen, und außer auf dem Friedensplatz, wo der Wind weht, ist es auch noch garnicht zu kalt. Hab ja auch ein Heizöfchen auf dem Rücken.

Und das Beste ist: Hier entlangzulaufen, frische Luft, Vormittagssonne - das ist mein Job. Mein Tagwerk. Ich darf mir hier alle Zeit der Welt nehmen und den Gang durch die noch schlafende Stadt genießen, denn alles, was ich tun muss, ist für mein Kind zu sorgen. Das liebend gern Autos hinterhersieht und Passanten anflirtet (wo soll das bloß hinführen?).

Das ist alles, was ich tun muss. Naja, und Rechnungen bezahlen, einkaufen, Kind wickeln, bisschen Geld als Freiberuflerin verdienen, schlafen, essen, sterben, auf's Klo...

Macht aber nix. Während andere Leute im Büro sitzen, kann ich in Ruhe in die Stadt gehen und erleben, wie sie langsam aufwacht. Und das Kind auf meinem Rücken schaut begeistert dabei zu.